T-PATHS

Wissenstransfer auf Kooperationspfaden: Arten, Kontextbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten (T-PATHS)

Wie gelingt der Wissenstransfer von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung? Dieser Frage gehen wir im Projekt „Transfer-Paths“ (T-PATHS) nach, unternehmen eine Bestandsaufnahme von Arten von Transferpfaden und analysieren ihre Kontextbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu werden längere Pfade des Wissenstransfers in den Natur- und Ingenieurwissenschaften und der Medizin, die in deutschen Universitäten starten, sowohl im Gesamtnetzwerk kooperierender deutscher F&E-Organisationen als auch aus Sicht einzelner Organisationen analysiert. Während bisherige Studien vorwiegend den bilateralen Wissenstransfer zwischen zwei oder wenigen Partnern analysieren, stehen im Zentrum unserer Analyse längere Transferpfade. 

Hochfrequentierte Transferpfade bilden sich nach unseren bisherigen Forschungen dort, wo sich lange Ketten von Kooperationen von der Grundlagenforschung zur Anwendung wiederholen. Eine lange Kooperationskette besteht aus den Kooperationen von unterschiedlichen Akteur:innen (z. B. in der Grundlagenforschung, in der anwendungsorientierten Forschung, in der klinischen Forschung), die sich über mehrere Jahre zwischen verschiedenen Organisationen, teilweise parallel und sequenziell, entfalten. Mit unserem Ansatz, der quantitative Netzwerkanalysen und qualitative Fallstudien verbindet, können wir derartige Kooperationsketten und Kooperationspfade sichtbar machen und untersuchen.

Unser Untersuchungsfokus liegt vor allem auf Pfaden des Wissenstransfers in der biomedizinischen Forschung. Eine Besonderheit der biomedizinischen Forschung ist, dass sie auf Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in der Physik, Chemie und Biologie aufbaut, die in Deutschland typischerweise an Universitäten und außeruniversitären Forschungsinstituten durchgeführt wird. Diese Erkenntnisse werden in der klinischen Forschung in Universitätskliniken fortgeführt und in klinischen Studien getestet, bevor sie in Unternehmen in therapie- und marktfähige Medikamente und Wirkstoffe überführt werden. Unsere Forschung folgt den Translationsketten und Transferpfaden zwischen den beteiligten Organisationen an ausgewählten Universitätsstandorten auf der Basis erfolgreicher, aber auch potenzieller Entwicklungen von Medikamenten und Wirkstoffen.

T-PATHS Teilprojekt Hamburg
Die Pfade von Wissenstransfer entlang wissenschaftlicher Kooperationsnetzwerke werden anhand von gemeinsamen Publikationen und Patenten zwischen forschenden Organisationen mittels sozialer Netzwerkanalyse analysiert.
T-PATHS Teilprojekt Hannover
Auf der Basis von qualitativen Fallstudien werden Gestaltungsmöglichkeiten und Ansätze für die Initiierung, den Ausbau und die Etablierung von Transferpfaden identifiziert.